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Teilumbau und Erweiterung des Irmgardisstiftes, Viersen-Süchteln

2015

   
 
     
 

Die Erweiterung des Irmgardisstiftes wurde im August 2015 fertiggestellt. Damit wurden 40 rollstuhlgerechte Pflegeplätze und 25 betreute Wohnungen geschaffen.

Leitbilder des Entwurfes:

Variable Lebensformen im Alter fordern flexible Gebäudestrukturen

Bereitstellung einer Gebäudestruktur, die in der Lage ist, unterschiedlichste Wohn- und Pflegekonzepte in Bauabschnitten und in freier Zuordnung und Anzahl zuzulassen.
In Zeiten des demografischen Wandels, dessen Auswirkungen und Bedürfnisse im weiteren Verlauf nur schwer zu erfassen sind, müssen Wohnstrukturen für ältere Menschen mehr den je flexibel sein und innerhalb kurzer Zeitabschnitte sich auf geänderte Bedürfnisse anpassen können. (Pflege und Betreuung, Offene Wohngruppen, Integrierte Hausgemeinschaften, Tagespflege, Betreutes Wohnen, etc.)
Stärkung des einmaligen und repräsentativen historischen Hauptgebäudes durch Revitalisierung des Haupteingangs als erste Adresse, einer Öffnung der zur Zeit verschlossenen Erdgeschosszone (Souterrain) und einer symmetrischen Anordnung der Erweiterungsflügel im Sinne einer dem Park zugewandten Gesamtanlage.

Städtebau und Architektur

Stärkung des schlossähnlichen Solitärbaus durch die Ergänzung von 3-geschossigen Gebäudeflügeln auf der Ostseite, in gebührendem Abstand zum Hauptgebäude. Verbindung durch gläserne Brückenbauten, welche die Wahrung der historischen Ansichten ermöglichen.
Ausreichender Grenzabstand und die max. 3-geschossigen Ergänzungsbauten ermöglichen eine Genehmigungsfähigkeit im Zuge eines B-Plan Änderungsverfahren unter Berücksichtigung der nachbarrechtlichen Belange. Durchgängigkeit des Gebäudekomplexes zum Park hin bleibt erhalten und wird verbessert.
Der neue Haupteingang definiert unter barrierefreien Aspekten den repräsentativen Zugang in einer modernen Hülle als Zugangsfoyer an historischem Ort.
Das Erscheinungsbild der Neubauten zeigt sich neben der verspielten und trutzigen Architektur des Altbaus, in einer klar gegliederten Leichtigkeit und findet seine Verbindung über die Verwendung der gegebenen Materialien Ziegel und Putz. Die Aufenthaltsbereiche und Flurzonen werden über geschossübergreifende Glasfassaden großzügig belichtet.
Die nördlich gelegene Parkanlage ist über die barrierefreien Ausgänge des Neubaues und den neuen Ausgang über den Innenhof des Altbaus, direkt mit den Gebäuden verbunden.

Neubau

Der Neubau, welche1 im 1.OG über eine gläserne Brücke mit dem Hauptgebäude verbunden ist, wird auf der Ostseite des Altbaus positioniert. Die auf ca. 21,40 x 33,10 m Grundfläche entwickelte Trag- und Grundrißstruktur bildet die vollständig flexible Grundlage für geschossweise frei wählbare Nutzungen wie Stiftswohnungen, Altenheim mit Einzelzimmern und Aufenthaltsraum, Altenheim mit offener Wohngruppe und Tagespflegeeinrichtung.
Damit ist durch den Neubau und die Umstrukturierung des Altbaus die grundsätzliche Forderung der barrierefreien Altenheimzimmer und einem Anteil von Doppelzimmern unter 20% erfüllt. Die notwendigen Stellplätze werden auf der Westseite des Grundstücks angelegt.
Die Altenheimplätze können wahlweise als offene Wohngruppe mit einem zentralen Aufenthalt ohne Flurzone entstehen oder mit einem separaten Aufenthaltsraum. Die T-förmigen Flur- und Aufenthaltsbereiche ermöglichen eine gute Tiefenbelichtung des Baukörpers.
Wahlweise können im Anschluss an die Aufenthaltsbereiche für integrative Wohngruppen zum Park hin in Verbindung mit den Fluchttreppen Dachterrassenbereiche angeboten werden. Die kompakte Gebäudeform biete gute Voraussetzungen für eine statisch wie energetisch günstige und wirtschaftliche Bauweise.
Die Dachstruktur ermöglicht und optimiert die Umsetzung von massiven Dachdecken in vorgefertigter Elementbauweise zur deutlichen Erhöhung des Sommerwärmeschutzes für die Dachgeschosse Die Gebäudestruktur ermöglicht eine optimale und wirtschaftliche Vorfertigung im Massiv- oder Skelettbau und im Trockenausbau.
In Verbindung mit dem Hauptgebäude sollen die energetisch optimal erstellten Neubauten über ein BHKW betrieben werden.
Aufgrund der großzügigen umgebenden Parkfläche ist zu prüfen, ob die gesamte Regenentwässerung vom öffentlichen Kanal abgekoppelt wird und zukünftig in Versickerungsanlagen geführt werden kann.
Die Umfahrung der Neubauten durch die Feuerwehr ist gewährleistet. Die Evakuierung erfolgt über die Treppenhäuser und falls erforderlich über einen 2.Fluchtweg auf der Nordseite. Die Gebäude sind mit einer flächendeckenden Brandmeldeanlage ausgestattet.

Baukörper, Nutzung und Wirtschaftlichkeit

Altbau

Das gesamte Erdgeschoss des Altbaus zeigt sich von allen Seiten, ganz im Sinne des monolithischen Steinsockels vom Wesen her abweisend und geschlossen. Sowohl das Betreten als auch das Verlassen des Gebäudes fällt insbesondere älteren Menschen schwer. Hierdurch ist auch die Anbindung an den Park kaum möglich.
Das Erdgeschoss ist in den entscheidenden Bereichen in sich und nach Außen aufzubrechen um eine Verbindungen der Innenzonen mit dem Umfeld zu schaffen. Dies erfolgt über die neue straßenseitigen Eingangssituation mit einer Terrasse der Cafeteria zur Straße und den öffentlichen Zonen im Inneren mit einer Durchbindung auf den Innenhof, der in der Sommerwärme als Terrasse der Cafeteria dient und über diverse Aktivitäten revitalisiert werden kann.

Der symmetrisch angeordnete und repräsentative historische Haupteingang wird durch die neue Eingangssituation barrierefrei. Hierdurch wird die Zugänglichkeit in die Erdgeschosszone ermöglicht.
Durch die funktionale Abtrennung der Kopfbauten auf der Nordseite des Altbaus entfallen Altenheimzimmer, die bisher nur über Stufen zu erreichen waren. Hier entsteht die neue Tagespflege. Diese wird über einen separaten Eingang seitlich zu der Parkseite erschlossen.
In den Geschossen werden einzelne Zimmer reguliert und optimiert. Im 3.OG Westflügel des Altbaus werden die vorhandenen Doppelzimmer mit Durchgangsproblematik, durch einen Umbau in Einzelzimmer mit Bad umgewandelt.
Durch Wegfall der Verteilerküchen und diverser Pflegebäder werden die Aufenthaltsräume auf die Nordseite zum Innenhof hin orientiert. Dadurch können zusätzliche Einzelzimmer auf der Südseite entstehen.
Die Bewohnerzimmer des Ostflügels Altbau 3.OG oberhalb der Kapelle entfallen, da ein wirtschaftlicher und barrierefreier Umbau nicht sinnvoll ist. Wir schlagen vor, diesen zukünftig als Gästezimmer, Besprechungszimmer etc. auszubauen.

Denkmalpflege Altbau

Der mögliche Abbruch von Teilbereichen des in sich geschlossenen denkmalgeschützten Gebäudes wird in jedem Fall verhindert. Die Umbaumaßnahmen innerhalb des Gebäudes werden auf die notwendigsten Maßnahmen beschränkt.
Das Öffnen des geschlossen wirkenden Erdgeschosses (Souterrain) erfordert an wenigen Stellen eine behutsame Ergänzung von Fenstern und Türen.
Die neue Eingangssituation erfolgt unter Erhalt aller Bauteile bis auf die außen liegende Treppenanlage.
Der Neubau berührt nur punktuell die historische Fassade des Altbaus durch die Brückenkonstrruktion und hält so gebührend Abstand.            

           

          

           

 

 

FOTOS
BROSCHÜRE
 
 
 
     
 
01.09.2013