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Sanierung und Umgestaltung St. Pankratius, Korschenbroich-Glehn

2008

   
 
     
 

Im Zuge bautechnischer Untersuchungen an der Pfarrkirche St. Pankratius wurden deutliche Risse im Bereich der Gewölbe und Wände festgestellt.
Massive Rissbilder zeigten sich oberhalb der Vierung im Gewölbe und im Bereich der Chorfensterbögen in den Wänden. Nach genauer Untersuchung wurde festgestellt, das die Dachstuhlkonstruktion über der Vierung durch Kontakt mit dem Gewölbe, Lasten auf die Gewölbekonstruktion abgibt, was zu deutlichen Rissen führt. Im Chorbereich schiebt der Dachstuhl nach Aussen, so daß diese Schubwirkungen durch Vertikalrisse am schwächsten Glied der Wände, demnach über den Fenstern, sichtbar werden. Durch entsprechende Umbauten und Zugverankerungen im Dachstuhl wurden diese kritischen Lasten von den Gewölbezonen genommen.
Im Verlauf der weiteren Bestandsaufnahme stellten wir fest, daß der Vierungsturm in seiner statischen Konstruktion nicht mehr standsicher war. Sichtbar waren einige Verbindungspunkte der Stahltragkonstruktion des Dachreiters durch Korrosion auseinander gebrochen. Der neue Vierungsturm entspricht in Form und Oberfläche dem historischen Vorbild. Die vorhandenen figürlichen Bleiarbeiten wurden restauriert und wieder verwendet.
Im Innenraum der Pfarrkirche wurden umfassende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Im Zuge der umfassenden Neuinstallationen wurde in Anlehnung an die historische Ringleuchteranordnung in den Jochen ein zeitgemäßes Beleuchtungskonzept entwickelt. Die vorhandene Heizungsschachtanlage war desolat, die zum Teil asbesthaltige Dämmung der Schächte beschädigt und Steuereinheiten der alten Heizungsanlage nicht mehr regelbar. Durch den Neueinbau von im Kirchenraum sinnvoll verteilten Bodenheizstationen und einem neuen Regelsystem mit Heizanlage, werden die zukünftigen Betriebskosten deutlich reduziert und die Bildung von Stockflecken an den Wänden und Gewölben raumklimatisch verhindert. Im Zuge der Bodenheizungserneuerung erhielt der Kirchenraum einen neuen Natursteinbodenbelag aus Muschelkaklplatten in verschiedenen Formaten.
Zuvor wurden die umfangreichen Riss- und Putzschäden an Wänden und Gewölben saniert. Für die Riss- und Putzsanierung sowie die folgende Ausmalung wurde der Innenraum vollständig eingerüstet.
Im Zuge der Veränderungen des Innenraumes nach dem 2. Weltkrieg, wurden sämtliche Blindmaßwerke unterhalb der Obergadenfenster und im Chor abgedeckt und verputzt. Diese Maßwerke wurden wieder freigelegt und restauriert. Sie tragen neben den farblichen Einfassungen der Fenster entscheidend zu der nun sichtbaren Einbindung der Fenster in den Raum bei.
Die Winfangtüren im Turmraum und den Turmkapellen werden durch Stahl-Glastüren ersetzt und ermöglichen somit den Blick in den Kirchenraum.
Nach Beendigung der Sanierungsarbeiten erhielt der Innenraum, in Abstimmung mit dem Erzbistum Köln und dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege eine neue Ausmalung. Das Farbkonzept für Gewölbe, Wände und Architekturglieder ermöglichte die Einbindung einerseits der Form- und Farbfassung der nach dem 2. Weltkrieg veränderten Kapitelle und Konsolen und andererseits die Wiederaufnahme der historischen Fassungen der Schlusssteine in den Gewölben. Vor Beginn der Arbeiten wurden die Flächen auf historische Malbefunde hin untersucht und dokumentiert. Im Chor und an einem Blindfeld im Obergadenbereich bleiben Befunde zukünftig sichtbar.
Erste Entwurfsüberlegungen für eine Umgestaltung des Liturgieraumes, welche von der Aufstellung des Zelebrationsaltares in der Vierung ausgingen, konnten durch die Entscheidung der Kunstkommission nicht weiterverfolgt werden.
Nach dem Einbau des neuen Kirchenbodens wurde in einem abgestimmten Inventar- und Figurenprogramm der Liturgieraum mit der Anordnung der Bänke, Figuren und Einbauten festgelegt. Die noch erhaltenen Aufbauten der ehemaligen Seitenaltäre wurden restauriert und ergänzt und an ihrem historischen Standort aufgestellt.





 

 

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01.12.2015