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Neubau Kirche St. Simon und Judas Thaddäus Otzenrath/Spenrath

2006

   
 
     
 

Zum Ende der Umsiedlung der Orte Otzenrath und Spenrath im Braunkohletagebau Garzweiler II bei Köln, wurde nach einem wechselvollen Planungsprozess die neue Kirche St. Simon und Judas Thaddäus am 28. Oktober 2006 geweiht.
Der Konflikt der Gemeinde zwischen Erinnerung und Aufbruch, das Bewusstsein um den Verlust auch der letzten Bindeglieder zum alten Ort, bildete den emotionalen Rahmen für die planerische Entwicklung.
Die Chance zum Neuanfang und das Bedürfnis, ein Gebäude zu schaffen, das sich sowohl in der Formenvielfalt der Umgebung behaupten kann, als auch für den Glauben an eine christlich, spirituelle Zukunft steht, ist die Grundlage unserer Arbeit.
Die Kirche und der Pfarrhof verbinden sich räumlich mit der linear ausgerichteten Friedhofsanlage und der darin eingebetteten neuen Friedhofskapelle.
Ein klarer geometrischer Aufbau gliedert den Kirchenbau. Das Längenverhältnis des Gebäudegrundrisses von 1:2 findet seine Fortsetzung über die Glashülle bis hin zum Aufbau des freistehenden Glockenturmes.
Der Sakralraum ist von einem fünf Meter hohen Steinsockel und einer acht Meter hohen gläsernen Hülle umschlossen.
Die bedruckten Glastafeln verändern je nach Witterung und Tageszeit ihre Farbintensität und Tiefenwirkung. Mal in einer undurchdringlichen weißen Struktur, wechselt die Farbe des Glases in ein transluzentes Türkis, um dann bei nachlassendem Tageslicht in einem leicht spiegelnden Blaugrün zu enden.
Erst bei Dämmerung, wenn die umgebende Bebauung sich zurücknimmt, wird die innere Gliederung des Kirchenraumes durch die aufleuchtenden, schmalen Fenster differenziert nach außen sichtbar.
Betritt man die Kirche vom Pfarrhof aus durch das Hauptportal und die niedrig angelegte Empore, öffnet sich der Innenraum auf einer vergleichsweise kleinen Grundfläche bis zu 11,50m in die Höhe.
Die schlanken Fenster, die erst in einer Höhe von 5 Metern beginnen, folgen der Bewegung des Raumes und scheinen in die nahezu entmaterialisierten Deckenfläche zu fließen. In ihrer Anordnung und Farbintensität verdichten sich die Fenster zum Altar hin und tauchen den Raum je nach Witterung, Tages- und Jahreszeit in eine mal kaum wahrnehmbare, dann wieder kraftvolle Strömung aus Licht und Farbe, die zeitweilig an die Entrücktheit lichtdurchfluteter Meerestiefen zu erinnern vermag.
Der Kirchenraum verbindet sich ausschließlich durch das einfallende Licht mit dem Außenraum. Bis auf 3,50 Meter Höhe umschließen Eichenholzflächen die Besucher der Kirche und öffnen sich zur Chorwand, die den Fokus des Sakralraumes bildet.
Hinter dem Altar erhellt das Streiflicht der flankierenden Fenster die Chorwand. Die gegenüberliegende Kopfwand samt der neuen Orgel bleibt jedoch unbelichtet, hier erzeugt die Mittagssonne, durch die dunkelblauen Fenster ein Aufleuchten der Längswände in Richtung des Altarraumes.
Ein Teil des alten Kircheninventars wurde in das liturgische und räumliche Konzept des Kirchenraumes eingebunden.
Der Sakralraum kann mittels mobiler Paraventwände um die Fläche des angegliederten Foyers erweitert werden. Die neue Seifert-Orgel fügt sich in die leicht abgesetzte Rückwand ein. Durch ihre dezent flächige Wirkung, verschmilzt die Orgel mit dem gesamten Raum und wird in das wechselvolle Spiel aus Licht und Farbe eingebunden.

architektur+KUNST Jürgen Drewer
(Entwurf Künstlerische Verglasung, Altarrückwand)

Orgelbau Romanus Seifert und Sohn

Thomas Dewey - Grafiker
(Fotografie + Grafik)

Schreinerei Camps

 

FOTOS
BROSCHÜRE
 
 
 
     
 
01.12.2015